Mittwoch, 22. Juni 2011

Jeder meiner Tage ist ein Kampf

Ja, so sieht es aus und das nicht erst seit gestern. Man kann den Menschen nur vor den Kopf gucken. So bekommt eine Unmenge von Menschen nicht mit, welch Umstände meinen Alltag bestimmen. Erst seit meinem Therapieanfang nehme ich mehr und mehr war, wieviel in meinem Leben so eigentlich nicht sein sollte. Es gibt Begebenheiten die für mich völlig normal und selbstverständlich waren, die es eigentlich aber nicht sein dürften.
Das zu begreifen kostet Kraft, noch mehr als ich sowieso schon aufbringen muss, und ich frage mich ob man überhaupt soviel Kraft haben kann. 
Es folgt eine Schreckensnachricht nach der anderen. Da sind neben meiner psychischen Erkrankungen z. B. das plötzliche Sterben zweier geliebter Haustiere, der Verlust eines Familienmitglieds und der eigenen Unterkunft, die finanziellen Notstände ect. 
Während ich dies hier schreibe, frage ich mich wieviel ich die Welt von all dem wissen lassen möchte. Meine Einträge hier ließt zwar kaum jemand aber die ganze Welt könnte. 
Der Weg, den ich ging, schien vielversprechend. Abitur an einem Abendgymnasium neben der geringfügigen Beschäftigung im sozialen Bereich. Dann war da die Krankheit meines Sohnes und die daraus resultierenden Diagnosen. Panikattacken und das chronische Erschöpfungssyndrom, auch Burn Out genannt, haben mir letztendlich den Unterricht unmöglich gemacht und mich meine Arbeit verlieren lassen. Da stand ich nun, nicht wissend wie ich ohne Hilfe überhaupt meinen Alltag bestreiten sollte. Es folgte ein Jahr Stillstand und die Frage wie es weitergehen soll, was aus meinen Zukunftswünschen wird. Nach dem Abitur sollte eine Ausbildung folgen, zur Ergotherapeutin oder ähnlichem, dann ein Psychologie-, Kunst- oder Sozialpädagogikstudium. Nach der Pause fing ich eine neue Beschäftigung an, die ich, mit der Aussicht auf eine Vollzeitfesteinstellung, immer noch ausübe. Doch auch diese Perspektive ist nicht gewiss, der Betrieb noch im Aufbau. Bis sich diesbezüglich neues ergibt, versorge ich mit diesem kleinem Lohn und Zuschüssen von den Ämtern drei Menschen plus Haustiere. Zuvor lebten wir im bescheidenen Wohlstand, dachten unter anderem an ein Miethaus und eine größere Familie. Bald werde ich getrennt von meinem Partner leben müssen. Einzig die Unterstützung von öffentlichen Einrichtungen wird es mir möglich machen nicht überfordert zu sein. Dann wird die Suche nach einem Haus beginnen, in dem der Bruder meines Freundes uns als Untermieter nimmt. Ich erhoffe mir durch die Therapie mit meinen Krankheiten leben zu lernen, mich wieder aufzurappeln und durchstarten zu können. Damit diese Hölle ein Ende hat. Und zwar kein nur kurzfristiges.
Selbstzweifel und Aussichtslosigkeit machen es mir schon zu lange schwer. Ob das Selbstmitleid ist? 
JA, und zwar zu recht, verdammt! Auch das musste ich erkennen.   

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